Sehenswürdigkeiten, die ihr euch sparen könnt

Insbesondere auf Städtetrips neigen wir dazu, so viele Sehenswürdigkeiten wie möglich betrachten zu wollen. Vor allem solche, die auf der ganzen Welt bekannt und vermutlich auch stets im Reiseführer vermerkt sind. Aber lohnt es sich wirklich, deshalb durch die Stadt zu hetzen, um Selfies vor möglichst vielen berühmten Wahrzeichen zu machen? Das ist selbstverständlich nicht immer der Fall und dafür gibt es gute Gründe. Wir erklären euch, warum und welche europäischen Sehenswürdigkeiten ihr getrost auslassen könnt, um Zeit, aber auch Geld zu sparen. Wenn ihr ebenfalls wissen möchtet, welche fünf Schlösser in Deutschland ihr unbedingt gesehen haben müsst, könnt ihr hier vorbeischauen.

Unspektakulärer geht‘s kaum: Die kleine Meerjungfrau in Kopenhagen
Photo by Pixabay.com

Die vermutlich bekannteste Touristenattraktion der dänischen Hauptstadt befindet sich am Langelinie Pier. Die bronzene Statue sitzt auf einem Stein in Ufernähe. Sie ist gerade einmal 125 cm groß und wiegt stattliche 175 kg. „Die kleine Meerjungfrau“ heißt auch das Märchen (Provisionslink) des wohl berühmtesten Schriftstellers Dänemarks, Hans Christian Andersen (1805-1875). Die Herstellung der Statue ist eng mit dieser Erzählung für Kinder verknüpft.

Aber die kleine Meerjungfrau ist vor allem eines: ziemlich unspektakulär. Es lohnt nicht, sich durch die Menschenmassen zu zwängen, um eine gute Position für ein Foto zu erringen. Es sei denn, ihr wollt eure Freunde unbedingt mit einem Selfie beweisen, dass ihr in Dänemark wart. Die bronzene Meerjungfrau ist klein und unauffällig. Wäre sie nicht mit so viel künstlicher Bedeutung als Wahrzeichen der Stadt aufgeladen, würde ein Großteil der Menschen sie nicht einmal bemerken. Das ist auch deshalb so, weil sie recht weit vom Stadtzentrum entfernt aufzufinden ist.

Tipp: Besucht zum Beispiel lieber den geläufigen Assistenzfriedhof in Dänemark im Stadtteil Nørrebro. Der unter Denkmalschutz stehende Friedhof beherbergt nicht nur die Gräber berühmter dänischer Personen wie Hans Christian Andersen oder dem weltbekannten Philosophen Søren Kierkegaard. Ob ihr es glaubt oder nicht, der Friedhof wird gerade im Sommer Treffpunkt für alle möglichen Leute, die einfach entspannen oder picknicken wollen.

Zwischen Selfie-Sticks und Ellenbogen: Da Vincis Mona Lisa in Paris
Photo by Juan Di Nella on Unsplash

Wer das wahrscheinlich bekannteste Gemälde der Welt zu Gesicht bekommen möchte, muss zuerst in eines der am meist besuchten Museen der Welt: den Pariser Louvre. Dass diese beiden Größen zusammengehören, ist durchaus nachzuvollziehen. Allerdings hat es einen entscheidenden Nachteil: Zwischen Selfie-Sticks und Ellenbogen muss sich zunächst eine gute Position erkämpft werden, um das Gemälde auch nur aus einiger Entfernung sehen zu können.

Wer es soweit geschafft hat, ist schnell ernüchtert. Zum einen ist es gar nicht möglich, wirklich nah an die Mona Lisa heranzutreten, weil gleich mehrere Absperrungen das verhindern. Hinzu kommt, dass das Ölgemälde aus dem 16. Jahrhundert zum einen überraschend klein und zum anderen hinter eine Glasscheibe drapiert ist: Wer von der Seite darauf schaut, dem kann es passieren, vor lauter Reflexionen noch weniger zu sehen als ohnehin.

Tipp: Spart euch also den Stress und schaut euch zum Beispiel die „Kaiserkrönung Napoleon I.“ von Jaques Louis David im Louvre an. Das beeindruckende Gemälde hat eine Länge von fast zehn und eine Breite von mehr als sechs Metern. Vor diesem Bild wird deutlich weniger gedrängelt und es gibt sogar Sitzgelegenheiten.

Ein Paradies für Taschendiebe: Der Trevi-Brunnen in Rom
Photo by Chris Malinao Burgett on Unsplash

Alle Wege führen nach Rom – und in Rom zieht es jeden Touristen zu einem Brunnen: Der Trevi-Brunnen (Fontana di Trevi) hat eine Länge von 50 Metern sowie eine Höhe von bis zu 26 Metern und ist damit der größte seiner Art in der italienischen Hauptstadt. Der im Jahr 1762 fertiggestellte Brunnen ist durchaus sehenswert, vor allem abends, wenn er beleuchtet ist. Aber es gibt auch viele andere tolle Sehenswürdigkeiten in Rom – vor allem sind sie etwas sicherer.

Auf der Piazza Trevi tummeln sich meist viele Leute vor dem Becken des Brunnens und halten ihre Arme hoch, um ein Foto zu schießen. Leider gehört Rom zusammen mit Barcelona zu den Städten, in denen sich besonders viele und ausgebuffte Taschendiebe herumtreiben. Sie nutzen die Gunst des Augenblicks und schon ist die Geldbörse, die neue Kamera oder ein anderer Wertgegenstand aus der Tasche verschwunden. Manche schließen sich sogar zusammen und verfolgen eine trickreiche Strategie: Während der Tourist von einer harmlos aussehenden Person in ein nettes Gespräch verwickelt wird, macht sich der kriminelle Partner an der Tasche zu schaffen.

Tipp: Wer unbedingt einen Brunnen in Rom besichtigen möchte, sollte eher zum Beispiel den lieblichen und ruhig gelegenen Schildkrötenbrunnen (Fontana delle Tartarughe) oder den Vierströmebrunnen (Fontana die Quattro) in Betracht ziehen.

Lange Wartezeit und viel Geld: Das Wiener Riesenrad
Photo by wienerriesenrad.com

Ein Besuch in Wien, ohne den Prater betreten zu haben, erscheint unmöglich. Tatsächlich lohnt es sich auch, das weitläufige Areal, das nicht nur den Vergnügungspark beherbergt, sondern vor allem Grünflächen, zu begehen. Auf dem sogenannten Wurstelprater, dem freizeitparkähnlichem Gelände, steht dann auch das berühmte Wiener Riesenrad. Es gehört neben anderen Sehenswürdigkeiten wie dem Stephansdom oder dem Schloss Schönbrunn zu den bekanntesten Wahrzeichen der Stadt.

Viele Touristen wollen es sich deshalb auch nicht nehmen lassen, eine Runde damit zu fahren. Das ist durchaus verständlich. Sie versprechen sich davon, einen Blick auf die Dächer Wiens werfen zu können. Bevor es dazu aber kommt, muss üblicherweise eine Zeit lang gewartet werden: Wer rund 30 Minuten ansteht, hat sogar noch sehr viel Glück. Obendrauf kommt ein satter Eintrittspreis von zwölf Euro. Selbstverständlich gibt es heutzutage die Möglichkeit, sich die Tickets online vorher zu kaufen – die Wartezeit wird dadurch drastisch minimiert. Allerdings ist der Blick von oben auf die österreichische Hauptstadt, so schön sie auch ist, beispielsweise im Vergleich zu Paris, recht ernüchternd.

Tipp: Wer Wien trotzdem von einer erhöhten Perspektive aus betrachten möchte, dem sei zum Beispiel das Haus des Meeres empfohlen. Das öffentliche Aquarium befindet sich in einem ehemaligen Flakturm aus dem Zweiten Weltkrieg. Jeder, der sich auf die 11. Etage vorwagt, kann sich dort in das Café auf der Dachterrasse setzen und in aller Ruhe Wien von oben begutachten.


Trevi-Brunnen, Photo by Chris Malinao Burgett on Unsplash

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