Island – Vom Geheimtipp zum Tourismus-Magnet

Atemberaubende Landschaften, Trolle und Feen. Mittlerweile ist Island längst kein Geheimtipp mehr. Mehr als 2 Millionen Touristen besuchten im vergangenen Jahr den dünn besiedelten Inselstaat – enorm viel für ein Land, das selbst gerade mal 357.000 Einwohner zählt.

Zur Jahrtausendwende war es noch etwas anders. Zwar zählte man mit 300.000 Reisenden bereits mehr Touristen als damals Einwohner, trotzdem begann der große Boom erst vor wenigen Jahren. Das Land hat aber auch wirklich viel zu bieten.

In Island gibt es übrigens eine Hauptverkehrsverbindung. Der Hringvegur oder auch die Ringstraße, verläuft mit einer Gesamtlänge von 1341 Kilometern einmal rund um die Hauptinsel. Erst seit August 2019 ist die gesamte Ringstraße asphaltiert und mit Ausnahme einiger Brücken durchgehend zweistreifig. Fast alle Reisewege führen zumindest teils über den Hringvegur.

Darum boomt der Tourismus in Island

Angekurbelt hatte den Tourismus ausgerechnet ein Ereignis, dass vielen die Reiseträume zerstört hat. 2010 brach der Vulkan Eyjafjallajökull aus und legte wochenlang Teile des internationalen Flugverkehrs lahm. Was vielen Reisenden den Urlaub verhagelte, war für die Region ein Segen. Die Insel war wochenlang in den Schlagzeilen und das Interesse als Reiseziel stieg schlagartig an.

Auch die Teilnahme Islands an der Fußball-EM 2016 und WM 2018 hatte großen Einfluss. Diesmal brodelte kein Vulkan, sondern der Kampfgeist einer Mannschaft und die Leidenschaft ihrer Fans. Gegen Portugal saßen rund acht Prozent der isländischen Bevölkerung im Stadion. Das HÚ! mit dem die Mannschaft angefeuert wurde, haben zwar auch andere Länder in verschiedenen Sportarten kopiert – aber nie so emotional.

Und dann kam auch noch Hollywood. Tomb Raider, James Bond, das erstaunliche Leben des Walter Mitty und Game of Thrones nutzten die atemberaubenden Kulissen der ungezähmten Natur Islands. Das machte die Insel natürlich ebenfalls interessant für Fans, die bekannte Schauplätze gerne selbst besuchen (passend dazu auch Beitrag „Urlaub in Westeros“).

Mittlerweile kann man Island als Touristenmagnet bezeichnen. Wir verraten euch einige Orte, die mindestens einen Blick wert sind.

Reykjavik – Die einzige Großstadt Islands

Mit 128.793 Einwohnern, das entspricht gut 37 Prozent der Bevölkerung, ist Reykjavik die mit Abstand größte Stadt Islands. Das zieht natürlich auch große Teile des Tourismus in die Stadt. Ihr müsst also fest damit rechnen, dass die Sehenswürdigkeiten sehr stark besucht sind.

Gerade im Sommer lässt sich die Stadt übrigens besonders lange genießen, da die Sonne zu der Zeit kaum untergeht. Im Winter solltet ihr bei einem Island-Urlaub bedenken, dass ihr euch nur mit ein paar Stunden Helligkeit pro Tag begnügen müsst.

Eine gute Aussicht über die nicht all zu sehr in die Höhe gewachsene Stadt erhaltet ihr vom Turm der Hallgrímskirkja-Kirche, ein Wahrzeichen, das quasi von überall aus zu sehen ist. Auf der Aussichtsplattform genießt ihr einen herrlichen Panoramablick über die Stadt. Vor der Kirche steht außerdem ein Denkmal zu Ehren des isländischen Entdeckers Leif Eriksson.

Auch das Konzerthaus Harpa ist ein imposanter Anblick. Die spektakuläre Glasfassade ist dank Beleuchtung auch nach Einbruch der Dunkelheit einen Besuch wert.

Perlan (die Perle) nennt sich ein riesiger Warmwasserspeicher, der die Stadt mit Warmwasser versorgt und auch Gehwege und Straßen beheizt. In dem eindrucksvollen Gebäude befindet sich auch ein Museum mit künstlichem Gletscher und Eishöhle, sowie ein künstlicher Geysir, der alle paar Minuten ausbricht.

Die Harpa in Reykjavik
Das Konzerthaus „Harpa“ ist nicht nur von außen ein außergewöhnlicher Anblick. Image by Michael Held via Unsplash.

Viel los im Süden

Gerade um die isländische Hauptstadt sind natürlich einige der liebsten Touristenziele, da man diese auch bequem mit dem Bus erreichen kann.

Nur 40 Minuten von Rekjavik entfernt, befindet sich die Bláa Lónið, die Blaue Lagune. Inmitten einer sonst eher trostlosen Vulkan-Hotspots liegt Islands bekanntestes Spa. Das blau-weiß schimmernde Wasser hat selbst im Winter angenehme 37 bis 42 Grad. Bei der blauen Lagune ist übrigens keine natürlich Quelle, sondern ein Zufallsergebnis des Geothermalkraftwerks Svartsengi.

Das, für das Kraftwerk aus 2.000 Metern Tiefe abgepumpte, Wasser wurde anschließend in eine nahe gelegenes Lavafeld geleitet, wo es sich zu einem See zusammenfand. Als herauskam, dass das Wasser auch viele wichtige Nährstoffe enthält, kamen bald die ersten Badegäste. Bei den hohen Eintrittspreisen ab 48 Euro, lohnen sich aber auch die zahlreichen weniger bekannten Thermalbäder Islands. Außerdem sollte man vorzeitig buchen, da die Lagune immer nur begrenzten Zutritt hat, dafür aber nie komplett überfüllt ist.

Die blaue Lagune
Die Bláa Lónið (blaue Lagune) ist nicht nur wahnsinnig schön – das Wasser lindert sogar Hautkrankheiten. Image by Jeff Sheldon via Unsplash.

Ebenfalls in der Nähe von Reykjavik finden sich zahlreiche Geysire. Als besonders zuverlässiger Geysir gilt der Strokkur, der im Abstand von gut zehn Minuten Wassersäulen bis zu 35 Meter hoch in die Luft ausstößt. Der Strokkur gehört zum Thermalgebiet Kaukadalur, welches neben zahlreichen Geysiren auch eine Vielzahl heißer Quellen zählt.

Die beliebte, mit dem Auto gut fünfstündige Reiseroute „Golden Circle“ führt unter anderem über dieses Thermalgebiet. Weitere Sehenswürdigkeiten sind die Thing-Stätte Þingvellir und der Wasserfall Gullfoss. Der zweistufige Wasserfall heißt übersetzt „Goldener Wasserfall“ und gibt dem Golden Circle seinen Namen. Auch hier gibt es reichlich Bustouren, wenn man selbst ohne Auto auf der Insel unterwegs ist.

Der ruhigere Norden des Landes

Der Norden Islands ist deutlich ruhiger als die Gegend um Reykjavik. Dadurch erlebt ihr die Natur oft ungestörter, könnt aber weniger auf das Auto verzichten.

Ein wirklich überwältigender Anblick ist der See Mývatn, der ein sehr beliebtes Touristenziel ist. Der viertgrößte See beherbergt 50 Inseln und ist vor allem für sein reiches Vogelleben berühmt. An der Grenze zwischen den Kontinentalplatten gelegen bietet die Gegend um den Mývatn eine Vielzahl vulkanischer Erscheinungen. Auch zahlreiche Badegrotten wie die Grjótagjá gibt es dort. Die Grotte hatte übrigens auch einen prominenten Auftritt als Schauplatz: eine Liebesszene zwischen Jon Schnee und Ygritte in der Serie „Game of Thrones“.

Freunde von Wasserfällen kommen im Norden auch ganz auf ihre Kosten. So lässt sich der Besuch des kraftvollsten Wassefalls Europas, dem Dettifoss, wunderbar auch mit dem Wasserfall Selfoss verbinden. Beeindruckend ist aber auch der Goðafoss. Wer den geschwungenen Wasserfall besucht, weiß warum er übersetzt „Wasserfall der Götter“ genannt wird.

Der Goðafoss in Island
Der Goðafoss ist sowohl im Sommer, als auch im Winter eine „göttliche“ Erfahrung. Image by Trevor Cole via Unsplash.

Aber auch sonst gibt es im Norden viele schöne Orte, wie die hufeisenförmige Schlucht Ásbyrgi, die auch gerne „Odins Fußabdruck“ genannt wird. Der Glaube an Elfen erklärt Ásbyrgi hingegen zur Elfenhauptstadt.

Die Hauptstadt des Nordens Akureyri ist nicht nur ein wichtiger Hafen für die Fischerei, sondern liegt auch am besten Skigebiet Islands. Außerdem ist Akureyri bekannt für etliche renommierte Restaurants und ein reges Nachtleben.

Erkunden lohnt sich

Auch wenn Island viele Touren anbietet, lohnt sich auch die Erkundung auf eigene Faust. Island ist ein sehenswertes Land auch abseits der Touristen-Hotspots. Außerdem lernt ihr so, viel eher die Herzlichkeit der Menschen kennen, die übrigens fast alle fließend Englisch sprechen. Auch um die Sicherheit müsst ihr euch keine Gedanken machen, da Kriminalität in Island kaum existent ist. Island kann dich eigentlich nicht enttäuschen.

Eine Straße in Island in Richtung einer Kirche
Island lohnt sich auch selbst zu erkunden – das Land ist einfach nur schön. Image by Cassie Boca via Unsplash.

Um euch richtig auf eure bevorstehende Island-Reise vorzubereiten, ist hier eine Reiseführer von Lonely Planet, welcher euch alle Geheimtipps und Reiserouten aufzeigt. (Provisionslink)


Image by 12019 via Pixabay

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