Fotografieren im Urlaub – das solltet ihr wissen

Photo by Camila Cordeiro on Unsplash

Die schönsten Momente des Jahres wollen wir gern festhalten. Schließlich möchten wir uns auch noch später an einen tollen Urlaub erinnern. Welche Reisekameras euch dabei sehr gute Dienste erweisen, haben wir bereits gezeigt. Aber wie wirkt sich Fotografieren auf unser Gehirn aus und was sind die rechtlichen Grundlagen?

US-amerikanische Forscher konnten nachweisen, dass das Schießen von Fotos schöne Erlebnisse zu noch schöneren macht. Achtsamkeit spiele dabei eine große Rolle. Deshalb reiche es beispielsweise auch aus, ein imaginäres Foto in der eigenen Vorstellung zu schießen. Ein positiver Eindruck kann demnach durch erhöhte Konzentration und bewusstes Zuwenden die Freude an einem schönen Anblick deutlich steigern.

Fotografieren trickst das Gehirn aus

Aber hilft das Schießen von Fotos auch dabei, Erlebtes präsent zu halten? Studien der Kognitionspsychologin Dr. Linda A. Henkel von der Fairfield University in den USA legen nahe, dass das Erinnerungsvermögen sogar eher leidet: Sie konnte nachweisen, dass sich an Objekte, die fotografiert wurden, schlechter erinnert wird. Henkel zufolge geht das Gehirn davon aus, dass die Kamera Teil des eigenen Gedächtnisses ist. Deshalb unternimmt es wenig Anstrengung, sich den entsprechenden visuellen Eindruck einzuprägen – er ist schließlich in der Kamera gespeichert.

Den Studien nach zu urteilen wäre es also gut, hin und wieder statt eines tatsächlichen auch mal ein imaginäres Foto zu schießen. Zum einen werden wir so dazu gebracht, unsere Umwelt bewusster wahrzunehmen. Zum anderen tricksen wir unser Gehirn nicht aus, weil keine Kamera im Spiel ist, die als erweitertes Gedächtnis angesehen wird. So bleiben die besonderen Details des Urlaubs auch Jahre danach noch im Gedächtnis. Und selbst wenn wir uns nicht an alles genau erinnern, ist es nicht schlimm: Anders als die Teilnehmer der Studie können wir uns schließlich die geschossenen Fotos immer wieder ansehen.

Panoramafreiheit in Deutschland

Solltet ihr euch dazu entschließen, einen Urlaub in Deutschland zu machen, müsst ihr folgendes beachten: In Deutschland gibt es die sogenannte Panoramafreiheit (§ 59 UrhG). Sie ermöglicht es auch ohne Zustimmung, Fotos an öffentlichen Plätzen zu schießen. Dazu gehören ebenfalls öffentliche Wege und Straßen. Diese dürft ihr sogar verbreiten. Grundsätzlich solltet ihr aber immer auch das Recht am eigenen Bild (§ 22 KunstUrhg) beachten: Bildnisse, auf denen die fotografierte Person klar erkennbar ist, dürfen nur mit der Einwilligung des Abgebildeten verbreitet und veröffentlicht werden.

Das Fotografieren von Bauwerken, die im öffentlichen Raum und im Gemeingebrauch stehen, ist nur dann gestattet, solange sich die Ansicht auf das Äußere des Gebäudes beschränkt. Die Innenansicht ist nicht von der Panoramafreiheit gedeckt. Ebenso wenig alles, was nicht aus einem öffentlichen Raum heraus frei einsehbar ist. Wer zum Beispiel auf oder über eine Mauer klettern muss, um etwas zu fotografieren, was vorher nicht sichtbar war, sollte wissen, dass er das Foto nicht ohne Zustimmung schießen darf.

Was muss ich im Ausland beachten?

Photo by Anthony DELANOIX on Unsplash
Photo by Anthony DELANOIX on Unsplash

Auch im Ausland gilt selbstverständlich das Recht am eigenen Bild. In Ländern wie Frankreich oder Italien gibt es aber so etwas wie Panoramafreiheit nicht. Spanien oder Großbritannien setzen auf ähnliche Regeln wie Deutschland. In manchen europäischen Ländern gilt die Panoramafreiheit wiederum nur eingeschränkt.

Grundsätzlich solltet ihr euch vor dem Antritt des Urlaubs informieren. Viele wissen zum Beispiel nicht, dass Aufnahmen des Eiffelturms bei Nacht nicht ohne Weiteres veröffentlicht werden dürfen: Denn dann wird der Turm mit einer aufwendigen Lichtinstallation in Szene gesetzt. Die Rechte liegen ausschließlich bei der Firma, welche die Beleuchtung des Turms kreiert hat. Wer also den Eiffelturm bei Nacht fotografiert und dieses Bild veröffentlicht, kann dafür rechtlich belangt werden.


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