Die gruseligsten Reiseziele der Welt

LostPlaces

Halloween ist zwar bereits vorbei. Doch auf unserer Erde gibt es genug gruselige Orte, die auch abseits der Horror-Zeit des Jahres wirklich angsteinflößend sind. Diese Plätze wirken teilweise surreal und wie aus einem Grusel-Film. Trotz oder gerade wegen ihrer gruseligen Atmosphäre sind diese Orte beliebte Touristenmagneten. Wir haben einmal ein paar Beispiele der gruseligsten Reiseziele zusammengestellt.

Die gruseligsten Reiseziele: Centralia – die brennende Stadt.

Beginnen wir die Liste mit einem Ort, von dem tatsächlich eine reale Gefahr ausgeht. Centralia ist eine Kleinstadt im US-Bundesstaat Pennsylvania und wirkt auf der Landkarte erst einmal nicht wie ein besonderer Ort. Die Stadt lebte jeher von seinem reichhaltigen Kohleabbau, die Minen waren bis zum Rand gefüllt mit dem Brennstoff. Doch im Jahr 1962 geschah das Unglück: unter Tage brach ein Feuer aus, welches sich schnell voran fraß und die Kohle in den Stollen entzündete. Die Kombination aus engen Minengängen voller brennbarer Kohle und einem lodernden Feuer sorgten für ein wahres Inferno, welches die Feuerwehr nicht bewältigen konnte. Bis heute stehen die einzelnen Stollen in Flammen und entzünden sich gegenseitig.

Der Asphalt bricht auf, giftige Dämpfe steigen an die Oberfläche und Stichflammen schießen teilweise aus dem Boden. Die Folge: seit 1981 sank die ohnehin geringe Einwohnerzahl von 2500 auf nur fünf Menschen im Jahr 2017. Die Stadt gilt im Allgemeinen als unbewohnbar und ist heute eine waschechte Geisterstadt. Nicht nur fühlt man sich zwischen die zerfallenden Hütten durch eine surreale, geisterhafte Stimmung bedroht. Auch die reale Gefahr der immer noch lodernden Flammen sorgt für ein Schaudern, wenn man die aufgebrochenen Straßen Centralias überquert.

Aufgerissene Straße in Centralia
Auch heute brennen die Stollen weiter und sorgen für aufgerissene und dampfende Straßen. Image by JohnDS via Wikipedia

Aokigahara – der Klassiker unter den gruseligsten Reisezielen

Gar nicht weit entfernt von der Metropole Tokio schmiegt sich ein dichtes Meer aus Bäumen an die Nordseite des Fuji, Japans höchsten Berg. Der Aokigahara-Wald in der Präfektur Yamanashi ist eine ungefähr 30 Quadratkilometer große Ansammlung an Bäumen, die der westlichen Welt vor allem aus einem Grund bekannt ist: es ist der sagenumwobene „Selbstmord-Wald“, der durch verschiedene Filme, aber auch geschmacklose Youtube-Videos makabere Berühmtheit erlangt hat.

Doch was macht diesen Wald überhaupt so gruselig? Wenn man den zweiten Platz im zweifelhaften Ranking der beliebtesten Suizid-Plätze der Welt (nach der Golden Gate Bridge) einmal absieht, ist der Wald vor allem durch seinen Aufbau sehr bedrückend. Dichtes Blattwerk, enge Bewaldung und eine durch den nahen Fuji gegebene, bergige Landschaftsstruktur. Es gibt keine klaren Waldwege und Besucher können sich nur an bunten Bändern an den Bäumen orientieren oder am besten gleich nur mit einem Guide den Wald betreten. Sonst verläuft man sich sehr leicht. Nicht unbedingt der beste Ort zum Wandern mit leichten Gepäck.

Die gruselige Grundstimmung besitzt der Aokigahara aber vor allem aufgrund seines Rufes als Selbstmord-Waldes. Ausgehend von zwei Romanen des Autors Matsumoto Seicho, in dem sich jeweils Menschen für den Selbstmord hierher zurückzogen, entstand seit den 1960er Jahren ein waschechter Suizid-Tourimus. Was makaber klingt, ist auch heute noch traurige Realität. Der Wald ist übersät mit Grabsteinen. Immer wieder stößt man beim Streifzug durch den Wald auf alte Jacken, Brotdosen oder andere Gegenstände, die von Menschen dort zurückgelassen wurden. Ein gefundenes Fressen also, für Hollywood-Regisseure, Buch-Autoren und Horror-Spiele-Entwickler. Auch dies macht den Aokigahara zu einem der bekanntesten gruseligsten Reiseziele der Welt.

Der Aokigahara-Wald in Japan.
Der Aokigahara-Wald in Japan ist eines der gruseligsten Reiseziele der Welt.
Image by Guilhem Vellut via wikipedia.org. CC BY 2.0

Pripyat – Zeugen der Atomenergie

Eine Stadt, die buchstäblich eingefroren ist. Eines der gruseligsten Reiseziele der Welt. Als wäre die Zeit stehen geblieben, erhebt sich Pripyat in der Ukraine. Bei diesem Namen des Städtchens klingelt es jetzt nicht sofort. Doch welcher Ort liegt direkt neben Pripyat? Natürlich, Tschernobyl. Nach der Reaktorkatastrophe im Jahre 1986 musste Pripyat komplett evakuiert werden. Bis heute ist der Ort stark verstrahlt und sollte gemieden werden. Dennoch waren bereits einige Kamera-Teams vor Ort um zu dokumentieren.

Klassenräume, auf denen die Hefte noch aufgeschlagen liegen, ein verlassenes, halb überwuchertes Schwimmbad, mit Sprungtürmen. Ein fast schon klischeehaft nach Post-Apoklaypse-Film aussehender verlassener Vergnügungspark, den sich die Natur langsam zurückholt. Komplett mit rostendem Riesenrad. Auf kaum einen anderen Ort trifft die Bezeichnung „Lost Place“ so sehr zu, wie auf die Stadt nahe dem gleichnamigen Fluss im Norden der Ukraine. Hier sieht man auf schauderhafte Weise, was passiert, wenn die Nutzung der Kernenergie schief geht.

Überwuchterter Autoscooter in Pripyat
In Pripyat hat sich die Natur vieles zurückerobert. Der überwucherte Autoscooter erzeugt ist faszinierend und unheimlich zugleich. Image by Yves Alarie via Unsplash.

Image by Denny Müller via Unsplash

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