Die besten Achterbahnen im Heide Park Resort

Die Achterbahn Colossos by Stefan Reismann

Das Heide Park Resort in Niedersachsen ist Deutschlands zweitgrößter Freizeitpark. 1,5 Millionen Besucher kommen jährlich in den Park, um die zahlreichen Attraktionen zu genießen. Die Achterbahnen erfreuen sich besonders großer Beliebtheit. Wir zeigen euch die besten Achterbahnen im Heide Park.

Da jedoch jede Achterbahn anders ist und eine andere Zielgruppe hat, verzichten wir auf ein starres Ranking und konzentrieren uns stattdessen auf die jeweiligen Besonderheiten der Bahnen. Auch ein bisschen Trivia lassen wir uns nicht nehmen.

Die besten Achterbahnen im Heide Park für Kinder und Familie

Nicht nur Erwachsene fahren gerne Achterbahnen, sondern auch schon die Kleinen. Natürlich brauchen Achterbahnen für Kinder nicht gleich 100 Stundenkilometer und Überschläge. Die Kinderachterbahnen sind deutlich sanfter und eignen sich dafür auch für alle, die zwar nicht den Nervenkitzel aber dennoch frischen Fahrtwind suchen.

Grottenblitz – Ein Stück Nostalgie

Der Grottenblitz im Heide Park by Stefan Reismann
Der Grottenblitz ist ein Spaß für jung und alt. Die Powered Coaster hat einen ganz eigenen Charme.

Der Grottenblitz ist die deutlich spannendere Familienachterbahn und zudem ein Stück Nostalgie. Bei der 1985 erbauten Mack-Achterbahn handelt es sich um eine „Powered Coaster“, eine Achterbahn, die keinen Kettenlift besitzt, sondern sich selbst auf bis zu 45 Stundenkilometer antreibt.

Die Achterbahn erreicht eine Höhe von sechs Metern und ist bereits für Kinder ab vier Jahren geeignet. Im Gegensatz zum Indy-Blitz ist die Fahrt mit seinen Steilkurven und einem kleinen Streckenabschnitt im Dunkeln deutlich spannender und viel schöner thematisiert. Zusammen mit dem Mountain Rafting stellt der Grottenblitz einen kleinen bayrischen Themenbereich dar.

Auch für Erwachsene immer wieder eine Fahrt wert.

Indy-Blitz – Kinderachterbahn mit schwacher Thematisierung

Der Indy-Blitz im Heide Park by Stefan Reismann
Der Indy-Blitz ist wirklich mehr eine Achterbahn für Kinder. Aber auch das muss in einem Park vorhanden sein.

Der Indy-Blitz richtet sich wirklich vor allem an die Kinder. Eine Höhe von 4,5 Metern und eine Geschwindigkeit von 23 km/h sind nicht sonderlich furchteinflößend. Dafür dürfen bereits Kinder ab vier Jahren und 100 cm Größe mit dem Indy-Blitz fahren.

Leider gehört das Lucky Land, der Wilde Westen des Heide Parks zu den weniger schönen Bereichen und die Achterbahn ist nicht besonders schön in den restlichen Themenbereich integriert. Insgesamt nur zu empfehlen, wenn man wirklich mit Kindern unterwegs ist.

Die alten Klassiker

Der Grottenblitz ist nicht der einzige Klassiker. Zu den besten Achterbahnen im Heide Park gehören auch einige deutlich schnellere Fahrgeschäfte. Diese sind zwar nicht immer zeitgemäß, besitzen aber auf ihre Art einen unvergleichlichen Charme.

Schweizer Bobbahn – Die Wohlfühl-Achterbahn

Die Schweizer Bobbahn im Heide Park by Stefan Reismann
Eine Bahn, die einfach völlig anders ist. Die Wagen bewegen sich frei auf der Strecke. Die Schweizer Bobbahn im Heide Park ist sogar die längste ihrer Art.

Die Schweizer Bobbahn ist die Achterbahn, mit der meine Besuche im Heide Park meist starten. Diese Art der Achterbahn muss man einfach lieben. Der Kettenzug zieht euch 27 Meter in die Höhe, ehe der Zug frei in einer Halbröhrenförmigen Bobbahn runterfährt.

Auf der mit 826 Metern längsten Achterbahn seiner Art, erreichen die Züge eine moderate Geschwindigkeit von 58 km/h. Doch das Gefühl nicht auf einer Schiene, sondern in einer stählernen Bobbahn durch Steilkurven zu fahren, ist einfach ein verdammt großer Spaß.

Das Stationsgebäude ist schön traditionell gestaltet, dafür könnte der Darkride-Teil am Ende mal ein kleines Upgrade vertragen. Eine weitere Besonderheit der Achterbahn ist übrigens, dass sie so weit nach unten fährt, dass sie am Ende sogar noch ein kleines Stück per Kettenlift hochgezogen werden muss.

Big Loop – die alte Dame

DIe Big Loop im Heide Park by Stefan Reismann
Das Layout mag nicht mehr wirklich zeitgemäß sein, aber irgendwie gehört Big Loop fest zum Park dazu.

Was wäre der Heide Park nur ohne die alte Dame? Die Looping-Achterbahn ist noch ein wenig älter als der Grottenblitz und vom Layout kaum zeitgemäß. Eine kurze gerade Strecke vor zwei Loopings, danach zwei Korkenzieher und ein Helix zum Abschluss. Die ruckelige Fahrt im Big Loop macht dennoch Spaß.

An Big Loop spürt man, dass der See des Parks einst eine zentralere Rolle gespielt hat. Die Achterbahn führt mit ihren Korkenziehern direkt über einen Weg entlang des Sees und lädt damit auch für Fotos in dieses Fahrelement ein. Es braucht keine Thematisierung, wenn die Achterbahn gut ins Layout und die Natur des Parks eingebunden ist. Big Loop ist eine Achterbahn, die man einfach mal gefahren haben sollte, weil sie der Klassiker schlechthin ist.

Limit – Ein Satz heiße Ohren

Die Hängeachterbahn Limit im Heide Park by Stefan Reismann
Die Hängeachterbahn Limit sieht spektakulär aus. Die Fahrt bereitet aber im wahrsten Sinne des Wortes Kopfschmerzen.

Im Jahr 1999 war die Achterbahn Limit eine kleine Revolution. 31 Meter hoch und fünf Überschläge bot die Hängeachterbahn von Vekoma und war damit echt spektakulär. Spektakulär sieht die kompakte Achterbahn noch immer aus. Trotzdem scheiden sich bei Limit die Geister.

Achterbahn-Freaks verteufeln die Hängeachterbahnen von Vekoma, die es in quasi identischem Layout in zahlreichen Parks gibt. Weniger erfahrene Besucher sehen in der Achterbahn aber den Nervenkitzel.

Für mich ist die Bahn nicht so toll wie sie ausschaut, aber besser als ihr Ruf. Spannend ist aufgrund des kompakten Layouts, dass man fast über die komplette Fahrt das Gefühl hat, die Beine müssten gleich gegen irgendeinen Pfeiler stoßen. Dafür schlägt der Kopf während der Fahrt wild hin und her, dass einem nach der Fahrt gehörig die Ohren glühen. Wer ohnehin schon Kopfschmerzen hat, sollte die Achterbahn tunlichst meiden. Auch mit Ohrringen ist etwas Vorsicht angebracht.

Höher, schneller, weiter!

In den frühen 2000ern nahm der Heide Park ordentlich Geld in die Hand, um Attraktionen zu bauen, wie es sie in Deutschland zuvor noch nicht gab. Die Holzachterbahn Colossos und die Katapult-Achterbahn Desert Race sind für viele Besucher auch heute noch die besten Achterbahnen im Heide Park.

Colossos – Kampf der Giganten

Colossos im Heide Park by Stefan Reismann
Ein Gigant aus Holz: Die Achterbahn Colossos ist schon von außen ein beeindruckender Anblick. Von oben wirkt sie noch gewaltiger.

Die Achterbahn Colossos – Kampf der Giganten (ehemals nur „Colossos“) ist ein Ungetüm von Achterbahn. 60 Meter hoch, 1344 Meter lang und bis zu 110 km/h schnell ist das beeindruckende Holzkonstrukt.

Zu seiner Eröffnung war Colossos mit 61 Grad Gefälle die steilste Holzachterbahn der Welt. Bis 2016 galt Colossos zudem als die höchste und schnellste Holzachterbahn in Europa.

Schon die Aussicht beim Kettenlift ist schöner als die des Aussichtsturms, auch wenn man sich bei der Erstfahrt meist weniger dafür begeistern kann, sondern eher verflucht, dass die Achterbahn von unten nicht ganz so hoch aussah. Die erste Abfahrt hat es dann knallhart in sich. Mit -1,5 G heißt es schon bei der Abfahrt ordentlich Airtime, so bezeichnet man die gefühlte Schwerelosigkeit, wenn man aus dem Sitz gedrückt wird. Am Ende der Abfahrt werden wir bei 110 km/h dann umso intensiver zu Boden gedrückt, ehe es beim ersten Hügel wieder eine geradezu geniale Airtime gibt.

Nach dem zweiten Hügel, spätestens nach der großen Steilkurve, nimmt die Intensität dann so weit ab, dass man einfach nur genießen kann und auch weniger erprobte Fahrgäste mal die Arme hochreißen.

2016 musste die Achterbahn aufgrund maroder Schienen geschlossen werden. Seit 2019 ist sie endlich wieder zurück. Ganze zwölf Millionen Euro nahm die Merlin Gruppe in die Hand, um die Kultachterbahn nicht nur zu retten, sondern auch einen Giganten zu bauen, durch den man im letzten Streckenabschnitt fährt. Eine überraschend gelungene Thematisierung, die vom vorhergehenden Hügel ausschaut, als würde sie die Schiene aus der Bahn reißen. Damit bleibt Colossos ganz klar eine der besten Achterbahnen im Heide Park – wenn nicht sogar DIE beste.

Desert Race – Zum Abschuss freigegeben

Katapultachterbahn Desert Race im Heide Park by Stefan Reismann
Die Katapultachterbahn verzichtet auf einen Kettenlift. Stattdessen beschleunigt ihr in 2,4 Sekunden auf 100 Stundenkilometer.

Gar nicht so weit von der Colossos entfernt befindet sich Desert Race. Seiner Zeit war es die erste Katapultstart-Achterbahn Deutschlands, noch zwei Jahre bevor der Europa Park seine Achterbahnsensation Blue Fire eröffnete.

Der Reiz von Desert Race liegt im besagten Katapultstart. Unter der Bahn hakt sich ein Catch Car oder auch Mitnehmer ein, der die Achterbahn in 2,4 Sekunden auf seine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h beschleunigt. Dadurch, dass der Lifthügel wegfällt, ist ein sehr flaches, von Steilkurven geprägtes Layout, möglich.

Bei der Thematisierung von Desert Race hat man jedoch viel Potenzial verschenkt. Das relativ kompakte und flache Layout hätte sich hervorragend geeignet, um der Achterbahn einen ansprechenden Rahmen in Form von Hügeln und mehr Dekorationselementen zu geben. So wirkt es ähnlich wie Limit oder der Indy-Blitz recht beliebig in die Landschaft gesetzt. Trotzdem ist Desert Race für viele Besucher eine der besten Achterbahnen im Heide Park.

Die Neuzugänge – Butterweich und thematisiert

2011 läutete der Heide Park mit der Achterbahn Krake eine Neuorientierung bei seinen Achterbahnen ein. Fortan setzte man nicht nur mehr auf Thematisierung, sondern auch auf den Achterbahn-Hersteller Bolliger & Mabilard (B&M). Dass das Schweizer Unternehmen zu den Besten ihres Fachs gehört, zeigt das butterweiche Fahrgefühl, vor allem im Vergleich zu den älteren Bahnen des Parks.

Flug der Dämonen

Der Flug der Dämonen im Heide Park by Stefan Reismann
Eine runde Sache. Beim Wing Coaster „Flug der Dämonen“ passt einfach alles. Ein tolles Layout, stimmige Thematisierung und ein butterweiches Fahrgefühl.

Redet man über die besten Achterbahnen im Heide Park Resort, kann man den neuesten Zugang nicht ignorieren. Die 2014 erbaute Achterbahn Flug der Dämonen gehört zu den Wing Coastern, die durch ihren breiten Wagen immer besonders elegant über die Schienen schweben. Die Sitze sind jeweils zu Zweierpaaren seitlich der Schienen angebracht, die Beine pendeln frei in der Luft, schaut man nach unten sieht man keine Schiene unter sich.

40 Meter geht es hoch, ehe es in einem Dive Loop, einer Art eingedrehtem Halblooping in die erste Abfahrt geht. Die Near Misses, die das Gefühl der Kollision mit einem Streckenelement erzeugen sollen sind recht moderat, dafür ist die Fahrt wie aus einem Guss. Gerade im Vergleich zu Limit fällt auf, dass trotz der steten Richtungswechsel und fünf Inversionen (Überschlagselementen), kein Geruckel steht. Die Bahn ist von vorne bis hinten perfekt durchdacht und die Bahn, die mir über die Gesamtstrecke am meisten Spaß macht. Wenn überhaupt, kann man der Bahn vorwerfen, zu glatt zu laufen.

Beim Flug der Dämonen sollte man übrigens auch mal verschiedene Sitzplätze probieren. Wer es etwas milder mag, ist innen generell am besten beraten. Die rechten äußeren Sitze sind am intensivsten und auch zwischen erster und letzter Reihe gibt es klare Unterschiede in der Fahrt.

Auch von der Thematisierung ist Flug der Dämonen die ausgefeilteste Achterbahn und nutzt sogar das alte Stationsgebäude der Wildwasserbahn, die für Flug der Dämonen leider weichen musste.

Krake – Ein kurzes Vergnügen

Dive Coaster Krake im Heide Park by Stefan Reismann
Der Dive Coaster „Krake“ ist ein sehr kurzes Vergnügen. Trotzdem macht der erste Drop einfach Spaß.

Auf den ersten Blick haben Krake und Flug der Dämonen einiges gemeinsam. Eher kleine aber breite Wagen, baumelnde Füße, eine starke Thematisierung. Und eine ähnliche Höhe. Der Fokus ist jedoch ein etwas anderer.

Bei Krake handelt es sich um einen sogenannten Dive Coaster. Kernelement ist der namensgebende Dive, die 87 Grad steile Abfahrt. Nach dem Kettenlift wird der Wagen schon steil nach unten schauend angehalten und ihr seht in den Schlund der Krake, welche sich schon große Teile eines Schiffs einverleibt hat. Einige Momente später geht es dann steil Abwärts durch die Krake und aus den Schiffswrack raus.

Der anschließende Wassersplash ist auch ein tolles Element für Schaulustige. Die Achterbahn zieht aus einem Becken eine riesige Wasserfontäne mit sich hoch, die im Sommer auch gerne bis auf den Fußweg Parkbesucher nass werden lässt. Dabei geht es in einen Immelmann, einem großen Halblooping mit anschließender halben Rolle – quasi das Gegenstück zum Dive Drop vom Flug der Dämonen.

Leider ist die Strecke recht kurz. Der Drop, der Splash, der Immelmann – Nach fünf Sekunden geht’s nur noch über einen kleinen Hügel und durch eine Kurve, dann ist die Fahrt auch schon vorbei. Zusammen mit den teils langen Wartezeiten ist das Verhältnis von Fahrzeit zu Wartezeit ziemlich schwach. Ist der Park leerer, lohnt der Dive Drop aber auf alle Fälle, da er herrlich intensiv ist.


Images by Stefan Reismann

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