Einmal waschen, schrubben, legen bitte.

In dieser Hello-Travel Edition haben wir eng mit den Kollegen von Smart Family Travel  zusammengearbeitet. Hier eine Kostprobe ihrer schönen Reisegeschichten.

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‘ELEPHANT OWNER FOR A DAY’ als ich das lese bin ich sofort begeistert. Das möchte ich unbedingt machen. Einmal im Leben ganz nah dran sein an diesen grauen Riesen in einem Elefantencamp in Chiang Mai. Vor Aufregung habe ich schlecht geschlafen und bin schon vor dem Wecker wach. Nach einem kurzen Frühstück warte ich pünktlich im Hotel auf den Wagen, der mich zur Patara Elefant Farm bringen soll. Unruhig rutsche ich auf dem Stuhl hin und her und endlich, endlich sind sie da. Nach einer dreiviertel Stunde erreichen wir die Farm. Die Elefanten laufen frei herum und bevor das Abenteuer startet, hält Pat, der Leiter von diesem Elefantencamp in Chiang Mai einen kleinen Vortrag. Wir sind ca. 15 Personen, darunter auch zwei Familien.

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In Thailand gibt es schon lange keine wilden Elefanten mehr. Vor 10 Jahren lebten etwa 6000 Elefanten im Land, heute sind es nur noch ungefähr 3000 und die Zahl sinkt weiter. Woran das liegt? Oftmals an der schlechten Behandlung der Tiere, die dazu führt, dass es keinen Nachwuchs gibt. Die Patara Elefant Farm hat sich zum Ziel gesetzt, die Elefanten vor dem Verschwinden zu bewahren und ihnen ein angenehmes Leben zu bescheren. Pat will nichts romantisieren. Sein Ziel ist es nicht, die Elefanten irgendwann wieder auszuwildern. Im Gegenteil, sie wachsen bei den Menschen auf und bleiben in Gefangenschaft. Jeder Elefant wird von seinem Mahut ausgebildet und betreut und am Ende ist es eine Touristenattraktion. Pat sieht in seiner Arbeit viel mehr die Möglichkeit die Elefanten und ihre Geschichte für Thailand zu bewahren, denn zum arbeiten braucht sie kein Mensch mehr.

 

Die erfolgreiche Zucht auf der Patara Elefant Farm bestätigt Pat in seiner Arbeit und während wir seinen Worten lauschen, wuselt ein Babyelefant unermüdlich um uns herum und versucht immer wieder mit seinem kleinen Rüssel irgendetwas zu erhaschen.

Jetzt sind wir an der Reihe. Jeder bekommt ein Mahut Outfit, und bevor es zu den Elefanten geht, lernen wir noch ein paar Lektionen, auf die es ankommt, denn natürlich bedeutet jeder Fremde erstmal Stress für die Tiere und den wollen wir möglichst reduzieren.

Lektion 1: Wie geht es dem Elefanten?

Wenn die Ohren eines Elefanten entspannt vor und zurück wedeln, die Augen gleichmäßig tränen, was kein Weinen ist, wie Pat betont, sondern ein gutes Zeichen, dann scheint er entspannt und gesund zu sein.

 

An den Füßen erkennt man, ob der Elefant schwitzt und dort, oberhalb der “Nägel” sollte es immer ein bisschen feucht sein.

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Wichtig ist auch, wie viele Kotballen ein Elefant fallen lässt, und welche Konsistenz sie haben, denn daraus kann man auf das Alter des Elefanten und die Verdauung schließen. Elefantenkot ist nicht eklig, er sieht aus wie gepresstes Gras und riecht auch so ähnlich.

 

Lektion 2: Liebe geht durch den Magen

Bevor ich mich auf einen Elefanten setzte, sollte er mich wenigsten ein bisschen kennen und mir im besten Fall vertrauen, denn warum sollte er auf meine Kommandos hören? Klingt logisch und wie gewinne ich das Vertrauen? Indem ich dem Elefanten etwas Gutes tut und ihn füttere, füttere, füttere. Denn. wer Futter gibt, der kann so schlecht nicht sein, denkt der Elefant, bzw. wir wollen, dass er das denkt.

Mein Elefant ist eine Elefantenkuh und heißt Minuit. Sie hat ein Kalb namens Thara, die knapp 1 Jahr alt ist und sich genauso benimmt. Der Mahut drückt mir einen Korb mit Bambusspitzen in die Hand, und jedes Mal, wenn der Rüssel nach oben geht, schiebe ich ein Stück in ihr weiches Maul. Ich muss schnell sein, denn der Rüssel geht ständig hoch und der Hunger ist groß. Thara geht das alles zu langsam und sie mopst sich mit ihrem kleinen Rüssel alles, was sie kriegen kann.

Lektion 3: Pflege den Elefanten

Nach dem Essen ist die Körperpflege dran. Hat sich der Elefant in der Nacht hingelegt, dann hat er Dreck auf der Haut, was auf eine entspannte Nacht schließen lässt. Und bevor ich auf ihm reite, muss ich diesen Dreck mit einem Laubbüschel abwedeln. Wie es aussieht, scheint das sehr angenehm zu sein, denn Minuit schläft fast ein.

1, 2, 3 oben

Uff geschafft. Ich rutsche ganz nach vorne und sitze dem Elefanten buchstäblich im Nacken. Was ich etwas irritierend finde, vor mir ist nichts mehr. Ich meine kein Hals, oder Kopf, an dem ich mich festhalten könnte. Nur der Schädel mit ein paar Borsten, die ich liebevoll tätschel. Als alle aufgesessen haben, geht es los durch den Wald. Der Weg ist recht steil und ich habe ganz schön mit dem Gleichgewicht zu kämpfen. Thara ist immer mittendrin, mal vor uns, mal an der Seite, mal hinter uns und ich warte darauf, dass sie den Hang hinunter kugelt. Wie Kinder eben so sind, nur ein bisschen größer. Es geht hoch und runter und Minuit versucht unterwegs immer wieder einen ganzen Bambusbaum mit zunehmen, so als kleine Wegzehrung. Meine Kommandos sind ihr herzlich egal, aber der Mahut ist immer in der Nähe und so gehen wir alle schön in einer Reihe.

 

Oben auf dem Berg ist ein Picknick vorbereitet und was mich begeistert, wir hinterlassen null Müll, da alle Speisen in Bananenblätter eingepackt sind.

 

Elefantenwäsche

Nach der kurzen Stärkung geht es weiter zum Fluß. Dort steigen wir ab und ziehen bis auf unsere Badesachen alles aus. Minuit ist begeistert und stürmt hinter den anderen Elefanten her ins Wasser. Das scheint eindeutig ihr Highlight zu sein. Jeder von uns bekommt nun einen Schöpfkorb und eine Bürste in die Hand und wir klettern wieder auf die Elefanten drauf. Ab jetzt heißt es schrubben und zwar mit voller Konzentration und Körpereinsatz.

Mein Mahut ruft mir zu, ich soll abspringen, wenn sie sich hinlegen möchte und genau das möchte sie. Gerade noch rechtzeitig hüpfe ich ins hüfthohe Wasser und versuche dabei nicht auf Thara zu landen, die komplett abgetaucht ist und mal hier und mal dort wieder auftaucht. Ich schrubbe oben, unten, rechts und links, aber der Mahut findet immer wieder Stellen, die noch dreckig sind. Am Ende ist Minuit blitzeblank und ich könnte ein Bad gebrauchen. Eines kann ich jetzt mit Sicherheit sagen, in diesem Elefantencamp in Chiang Mai steht eindeutig das Wohl der Tiere im Vordergrund.

 

Zur Belohnung spritzen uns die Elefanten noch nass und nach dieser Dusche klettere ich aus dem Wasser, ziehe meine Klamotten an und glaube, Minuit hat es auch gefallen. Für mich war es jedenfalls ein wahnsinniges Erlebnis und anspruchsvoller als gedacht. Durchgweicht und müde fahre ich nach diesem aufregenden Tag ins Four Seasons Resort Chiang Mai und geniesse den Abend auf der Terasse mit Blick auf die Reisfelder. Was für ein Tag!

Das richtige Elefantcamp in Chiang Mai

Dieses Abenteuer können selbstverständlich auch Familien erleben allerdings sollten die Kinder nicht zu klein sein. Bevor ich mich für die Patara Elefant Farm entschieden habe, habe ich mich bei Jeremy von Reisewerk.ch durch diverse Artikel gelesen, denn ich wollte nicht den Fehler machen ein Elefantencamp in Chiang Mai zu wählen in denen es den Tieren nicht gut geht. Jeremy war lange Zeit vor Ort und seine Recherche hat mich überzeugt.

 

Fotos: Britta Smyrak und Patara Elefant Farm

Danke an Pat und die Patara Elefant Farm für dieses unvergessliche Erlebnis und an das Thailändische Fremdenverkehrsamtes (TAT) für die Einladung nach Thailand.

Zuerst erschienen auf smartfamilytravel.de